DIE UNSICHTBARE KRISE IN DER EU
Funktionaler Analphabetismus bei Erwachsenen – Ein lange unterschätztes Problem

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Das Handbuch informiert über das die Größenordnung mangelnder Basisbildung bei Erwachsenen in verschiedenen europäischen Ländern, illustriert in Testimonials die Situation betroffener Menschen und beschreibt Grundbildungsanforderungen am Arbeitsplatz. Es stellt Good-Practice Beispiele vor und dokumentiert politische Forderungen zur Lösung dieses Problems.

DIE UNSICHTBARE KRISE IN DER EU
Funktionaler Analphabetismus bei Erwachsenen – Ein lange unterschätztes Problem

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Das Handbuch informiert über das die Größenordnung mangelnder Basisbildung bei Erwachsenen in verschiedenen europäischen Ländern, illustriert in Testimonials die Situation betroffener Menschen und beschreibt Grundbildungsanforderungen am Arbeitsplatz. Es stellt Good-Practice Beispiele vor und dokumentiert politische Forderungen zur Lösung dieses Problems.

INHALT

TEIL I - FAKTEN UND GESCHICHTEN
TEIL II - BASISBILDUNG AM ARBEITSPLATZ
TEIL III - WAS IST ZU TUN?
TEIL IV - DEFINITIONEN, INFORMATIONSQUELLEN
IMPRESSUM

TEIL I FAKTEN UND GESCHICHTEN (Auszug)

Der klassische Analphabetismus, definiert als Unvermögen zu lesen und zu schreiben, ist in Europa nahezu nicht mehr vorhanden. Das Phänomen des funktionalen Analphabetismus unter Erwachsenen nimmt hingegen zu.

Dänemark
Gemäß OECD-Kriterien hat jeder fünfte Däne (rund 1,5 Millionen Personen) Schwierigkeiten beim Lesen.
Frankreich
3.100.000 Menschen, rund 9% der Bevölkerung zwischen 18 und 65 Jahren, die eine Schule besucht haben, sind funktionale Analphabeten.
Irland
Nach der letzten internationalen Untersuchung haben ca. 25% der irischen Erwachsenen Leseschwierigkeiten.
Vereinigtes Königreich
Großbritannien hat bis zu acht Millionen erwachsene funktionale Analphabeten.
Schweiz
In der Schweiz mit einer Bevölkerung von 7,5 Millionen hat fast eine Million Menschen im erwerbsfähigen Alter Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben.

Bei einem relativ hohen Prozentsatz der EU-Bürger führt unzureichende Basisbildung zu einem Ausschluss von sozialer und beruflicher Teilhabe oder zu einem Verlust des Arbeitsplatzes.

Testimonial: James, Irland
James ist 35 Jahre alt. Er hat der Schule mit 14 den Rücken gekehrt und arbeitete dann in einer Autowerkstatt. Als er Jahre später die eigene Autowerkstatt schließen musste, stellte er fest, dass er - obwohl er alles über das Reparieren von Autos wusste - keine vollständige KFZ-Mechanikerausbildung absolvieren konnte, weil er weder lesen noch schreiben konnte. Daraufhin wurde er LKW-Fahrer, musste um vier Uhr morgens aufstehen und kam nie vor sieben Uhr am Abend nach Hause. Hinzu kam, dass er die profitableren Langstreckenaufträge ablehnen musste, weil er die Zielorte nicht ins Navigationsgerät eingeben konnte.

TEIL II BASISBILDUNG AM ARBEITSPLATZ (Auszug)

Basisbildung am und für den Arbeitsplatz nimmt Bezug auf reale Arbeitsanforderungen und z. B. Materialien und Dokumente, mit denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Alltag konfrontiert sind:

- Handbücher oder Informationen zu Arbeits- und Gesundheitsschutz,
- Bedienungsanleitungen für Maschinen und Geräte,
- Arbeitsaufzeichnungen und -berichte, Protokolle, Tabellen und Grafiken,
- Betriebs- und Arbeitsanweisungen etc.

Unternehmen erkennen nicht immer das ganze Spektrum an Basisbildungskompetenzen, die für bestimmte Tätigkeiten notwendig sind. Dadurch wird auch oft der Zusammenhang von mangelnden Basiskompetenzen mit Problemen bei der Arbeitsausführung nicht erkannt.

TEIL III WAS IST ZU TUN? (Auszug)

MIT VORURTEILEN AUFRÄUMEN

Mangelnde Basisbildung ist kein Phänomen, von dem nur sozial benachteiligte oder vom Arbeitsmarkt ausgeschlossene Personen betroffen sind.
Über die Hälfte der funktionalen Analphabeten hat einen Arbeitsplatz.
Mangelnde Basisbildung ist kein Zeichen von niedriger Intelligenz.
Mangelnde Basisbildung ist nicht per se ein Problem von Migranteninnen und Migranten.

PRIORITÄTEN ZUR ZIELERREICHUNG SETZEN

Lokale und regionale Verwaltungen sollten mit gutem Beispiel vorangehen und für ihre von mangelnder Basisbildung betroffenen Bediensteten, die bei ihrer Arbeit auf Schwierigkeiten stoßen, Bildungsprogramme und Schulungen auflegen.

Unternehmen sollten Basisbildungstrtainings im Rahmen der betrieblichen Weiterbildung anbieten zur Absicherung der beruflichen Laufbahnen und um eine fomale Anerkennung beruflicher Kompetenzen zu ermöglichen.

Arbeitnehmer/innen müssen über ihren individuellen Anspruch auf Bildung informiert werden, der Zugang zu entsprechender Beratung und Orientierung muss ermöglicht werden.

BEST PRACTICE BEISPIEL - NEW ZEALAND

Accor Hotels ist eine internationale Hotelkette mit 29 Hotels in ganz Neuseeland mit ca. 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Accor führte Basisbildungsangebote am Arbeitsplatz durch, um die Mitarbeiter/innen bei der Verbesserung ihrer Kommunikationsfähigkeit zu unterstützen, und um die Erwartungen und Bedürfnisse der Gäste besser zu erfüllen.

29 Beschäftigte nahmen über einen Zeitraum von 14 Monaten an jeweils einer Stunde Training pro Woche teil. Das Training wurde individuell auf jeden Teilnehmenden abgestimmt und fand während der Arbeitszeit statt, was einer regelmäßigen Teilnahme zugutekam und das Engagement des Unternehmens hinsichtlich der beruflich-persönlichen Entwicklung seiner Mitarbeiter/innen unterstrich.

TEIL IV DEFINITIONEN, INFORMATIONSQUELLEN (Auszug)

Defintionen zu den Bergriffen

BASISBILDUNG
FUNKTIONALER ANALPHABETISMUS
HEALTH LITERACY
COMPUTER LITERACY
FINANCIAL LITERACY

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IMPRESSUM

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Das Vorhaben „Strategien zur Personalentwicklung gewerblicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen" ist Teil des Förderschwerpunktes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Arbeitsplatzorientierte Al-phabetisierung und Grundbildung Erwachsener".
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter den Förderkennzeichen 01AB12017A, 01AB12017B, 01AB12017C, 01AB12017D gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.