BASISBILDUNG – WAS IST DAS?
Informationen, Fakten und Best-Practice zum Thema Basisbildung und berufliche Bildung

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Früher wurde Basisbildung als die Fähigkeit, lesen und schreiben zu können, definiert. Diese Definition hat sich geändert: Heute bedeutet Basisbildung, über Kompetenzen zu verfügen, die einem Individuum die vollständige Teilhabe an Gesellschaft und Beruf ermöglichen. Basisbildung schließt nicht nur Lesen, Schreiben, Sprechen und Verstehen ein, sondern mathematische Fertigkeiten und Medienkompetenzen, letztere vor allem unter dem Gesichtspunkt der effektiven Nutzung moderner Kommunikationsgeräte und der Gewinnung, Bewertung und Verarbeitung von Informationen.


ANFORDERUNGEN AN BASISBILDUNG IN DER ARBEITSWELT
ANFORDERUNGEN AN BASISBILDUNG KONKRET
MANGELNDE BASISBILDUNG BEI ERWACHSENEN ERWERBSTÄTIGEN
BASISBILDUNG TRAINIEREN
BEISPIELE FÜR BASISBILDUNGSTRAININGS IN UNTERNEHMEN
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Das 21. Jahrhundert ist gekennzeichnet durch den Übergang der Industriegesellschaft in eine Wissensgesellschaft. Die Anforderungen an das Qualifikationsniveau der Beschäftigten steigen nicht nur in den höher qualifizierten Berufen, sondern auch in den so genannten einfachen oder ungelernten Tätigkeiten. Diese Entwicklung ist in allen Ländern Europas zu beobachten. Aktuell und in Zukunft benötigen daher alle Menschen eine fundierte Basisbildung, damit ein Einstieg in Arbeit und der Verbleib im Arbeitsmarkt gelingt und eine Partizipation am Prozess des lebenslangen Lernens und an Angeboten der beruflichen Fort- und Weiterbildung möglich ist.

Es gibt gute Gründe, warum Basisbildung das Herzstück des Programms Education for All (EFA) ist – nur sie ermöglicht einen Start in das soziale und berufliche Leben und das lebenslange Lernen; Personen mit fundierter Basisbildung können selbstständig private und berufliche Anforderungen meistern, können ihre Kinder in der Schule unterstützen, Weiterbildungsangebote wahrnehmen. Länder mit einem hohen Basisbildungsniveau sind besser vorbereitet auf die Entwicklungen und Herausforderungen der Wissensgesellschaft [UNESCO, www.unesco.org/new/en/education/themes/education-building-blocks/literacy].

Zu arbeitsplatzbezogener Basisbildung gehören das Lesen, Schreiben, Sprechen, Zuhören und Verstehen, Rechnen, kritische Denkvermögen und Problemlösefähigkeiten, die Personen an ihrem Arbeitsplatz benötigen - mitunter auch IT-Kompetenzen - sowie die Fähigkeit zum lebenslangen Lernen.

Am Arbeitsplatz geht es nicht wie in der Schule darum, ein Buch zu lesen oder einen Aufsatz zu schreiben. Arbeitsplatzbezogene Basisbildung nimmt Bezug auf konkrete berufliche Anforderungen, z. B. die Anwendung und Beachtung von Gesundheits- und Sicherheitshinweisen oder Bedienungsanleitungen, die Anfertigung von Arbeitsplänen und Übergabenotizen, die Erstellung und Verwendung von Tabellen und Diagrammen oder die Umsetzung von Arbeitsanweisungen und die Dokumentation der Arbeits(fort)schritte.


In Anlehnung an die Erfahrungen im angelsächsischen Raum und bezugnehmend auf nationale Anforderungen sind am Beispiel der Tätigkeit als Küchenhilfskraft die anfallenden Aufgaben, d.h. die konkreten beruflichen Tätigkeiten am Arbeitsplatz, sowie die dafür benötigten Basisbildungskompetenzen beschrieben.


Noch vor einigen Jahren gab es nur Schätzungen – die Studie „leo.-Level One Survey" der Universität Hamburg legt zum ersten Mal valide Daten zur Verbreitung von Analphabetismus in Deutschland vor. Bereits die Konzeption der Erhebung stellte eine große Herausforderung dar: Wie geht man vor, um bei einem derart tabuisierten Thema zu repräsentativen Ergebnissen zu kommen?

Die Zahl der funktionalen Analphabeten in Deutschland liegt deutlich höher als bislang angenommen. Während Schätzungen aus den 90er Jahren von etwa vier Millionen Betroffenen ausgingen, sind es laut leo.-Level One rund 7,5 Millionen. Dies bedeutet: 14,5 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung (18 – 64 Jahre) können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, sind jedoch schon mit kürzeren zusammenhängenden Texten überfordert.

Betroffene Personen sind aufgrund ihrer begrenzten schriftsprachlichen Kompetenzen nicht in der Lage, am gesellschaftlichen Leben in angemessener Form teilzuhaben. So misslingt etwa auch bei einfachen Beschäftigungen das Lesen schriftlicher Arbeitsanweisungen.

Darüber hinaus zeigen sich bei 25% der erwerbsfähigen Bevölkerung starke Defizite beim Schreiben (vor allem die Rechtschreibung). Das heißt, sie lesen und schreiben auch bei gebräuchlichen Wörtern langsam und/oder fehlerhaft. Die Rechtschreibung, wie sie bis zum Ende der Grundschule unterrichtet wird, wird nicht hinreichend beherrscht.


Der Ansatz der arbeitsplatzbezogenen Basisbildung stammt aus dem angelsächsischen Raum und wird dort als Workplace Basic Education (WBE) bezeichnet. Gemeint ist damit das nachträgliche Lernen von berufsrelevanten Basisbildungsinhalten am Arbeitsplatz, vor allem Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen, aber auch Problemlösungsstrategien, Teamarbeit oder die Computeranwendung. Adressaten sind solche Mitarbeiter/-innen, deren Basiskompetenzen nicht bzw. nicht mehr für die geänderten Anforderungen am Arbeitsplatz ausreichen.

In einer Reihe von Ländern wie Neuseeland, Irland, Australien und dem Vereinigten Königreich liegen langjährige Erfahrungen mit nationalen Programmen, Initiativen oder (Forschungs-) Agenturen zur Förderung der arbeitsplatzbezogenen Basisbildungskompetenzen vor, während das Thema hierzulande in der Weiterbildung bislang noch nicht die nötige Aufmerksamkeit erhält. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass es in Deutschland – anders als in den genannten Ländern – keine staatlichen, beschäftigungsfördernden Programme zur Basisbildung Erwachsener gibt.


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